Unter dieser Rubrik läuft auch mein Bericht über die Begegnung mit dem Thorens TD 125. Wie kam es dazu?
Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, mir einen Plattenspieler von Grund auf selbst zu bauen. Erste Experimente mit Antrieben folgten. Neben eines geeigneten Antriebes, musste ich mir natürlich auch ein passendes Lager + Teller beschaffen. Wer sich mit Thorens Laufwerken auskennt weiß, dass die Lager eingepresst sind und es nicht so einfach ist, diese aus dem Blech rausgedrückt zu bekommen. Leicht beschädigt man hier etwas.

Als der Player dann vor mir stand, überwog aber doch die Neugier, ob man das Teil nicht doch wieder lauffähig bekommt. Deutlich zu sehen. Er musste mal runter gekracht sein und die Zarge wurde geflickt.

Zuerst habe ich mich des SME 3009/II Tonarmes angenommen. Komplett zerlegen, säubern und kaum wieder zusammen bekommen. Auch die Steckverbindung mit dem Dremel sauber polieren. Zu meinem großen Erstaunen war er eigentlich noch fast OK. Das Gewicht hing etwas runter. Den Dämpfungsgummi neu eingeklebt, hat hier geholfen.

Zum Vergleich bei der Justage der Geschwindigkeit, habe ich den genial einfachen Stroboskopblitzer von Krishu verwendet. Hier ein Hinweis für einen eventuellen Nachbau. Die Schaltung ist richtig, das Layout enthält kleine Fehler.
Was garnicht ging, war die Zarge. Optimal wäre eine völlig neue Zarge. Ich habe bei SpeakerSpace eine aus MDF in Auftrag gegeben. So lange sollte es dann doch nicht dauern und ich habe mich ran gewagt, die alte wieder aufzuarbeiten. Wer hier an einer professionellen Darstellung der Vorgehensweise interessiert ist, sollte den Beitrag von Captn Difool lesen. Echt klasse, was er da macht! Hat mir sehr geholfen.
Ich habe den alten Lack runter gebeizt, gespachtelt und geschliffen. Lackiert wurde 4x mit Clou Möbel-Lasur-Lack natur und feinhaarigem Pinsel. Stinkt erbärmlich in der Wohnung, bringt aber super Ergebnisse.
Der Teller wurde dann hübsch blank gerubbelt und schnell noch ne neue Bodenplatte drunter.
In Ermangelung eines besseren Tonabnehmer, (hatte erst ein altes AT zum Test verwendet) wurde der Ortofon 540MKII vom TD150 samt Headshell stibitzt.
Was soll ich zum Ergebnis sagen. Ich glaube, die Bilder zeigen es sehr gut. So einen Plattenspieler zerlegt man nicht einfach. Dafür ist er dann einfach zu schön. Ach so, das Lager, der eigentliche Grund meines Interesses, ist glücklicher Weise in Ordnung. Zumindest dreht sich der Teller genau so lange wie mein TD150, wenn man ihn anschubst.

Nun muss ich mir noch über einen passenden Tonabnehmer Gedanken machen. Das 540MKII soll am SME 3009 improved des TD150 bleiben. Die Kombi passt einfach. Für den etwas schwereren 3009-2 könnte man neben einem guten MM auch über einen MC mit hoher Ausgansspannung oder aber ein normales MC nachdenken. Bei letzterem bräuchte ich aber wieder einen Übertrager oder PrePre, was auch wieder Bastelei wird. Sollte mir jemand eine Empfehlung für die TD125/SME3009-Kombi geben können, ich würde mich über einen Tipp sehr freuen.