In diesem Eintrag geht es darum, welche Kettenreaktion ausgelöst wird, wenn man einen gut gemeinten Tipp bekommt, doch mal eine Linestufe mit einer bestimmten Röhre zu probieren...
… so geschehen. Ich hatte angefangen, die erforderlichen Bauteile zusammen zu stellen und auch schon einige Lötarbeiten durchgeführt. Dann war etwas Ruhe eingekehrt, andere Dinge waren von größerem Interesse.
Irgendwann habe ich mir zwei Abende Zeit genommen, und die Linestufe fertig gestellt. Weil nur zum Test, auch nicht groß in ein Gehäuse gebracht, sondern auf einem einfachen Brett montiert. Mir ist bewusst, dass so ein offener Aufbau Gefahren mit sich bringt und man das nur machen sollte, wenn man sicher ist, dass keine Gefahren für Dritte entstehen können.
Der Vorverstärker lief in diesem Aufbau eine ganze Weile und um so länger er im Einsatz war, um so mehr habe ich Gefallen daran gefunden. Den wollte ich behalten. Also doch in ein Gehäuse verfrachten. Da ich mich mit der Anzahl an Geräten beschränken will, sollte er einen bestehenden Vorverstärker ersetzen. Die Linestufe auf Basis der 5654 wollte ich so belassen wie sie ist. Die fasse ich nicht an.
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Der Phonoteil noch im Testaufbau |
Meine zweite Linestufe mit der E288CC habe ich nach Schaltungsentwurf Alex Kriegel in Kombination mit der D3a RIAA aufgebaut. Ich habe gerade im Blog geschaut, wann das war. Das ist nun auch schon wieder fast 10 Jahre her, die Zeit rennt.
Bis heute liefen die beiden Teile technisch problemlos. Allerdings hatte ich den Aufbau damals so konzipiert, Stromversorgung und Line/RIAA in getrennten Gehäusen zu betreiben.
Konzeptbedingt kann ich die RIAA nicht solo nutzen. Das empfand ich schon öfter als Nachteil. Soll auch heißen, ich habe die RIAA mit D3a bisher noch nie mit einem anderen Vorverstärker betrieben.
Also noch einmal anders konzipieren. Hierbei die beiden Gehäuse beibehalten.
In das eine ist die Linestufe eingezogen. Geheizt wird diese nicht mehr mit stabilisiertem Gleichstrom, sondern mit Wechselstrom. Den Hochvoltteil habe ich von einer Stabilisierung mit MOSFET auf gängige RC Siebung angepasst. Mehr gibt es eigentlich nicht zu erwähnen. Die Eingänge werden über einen Drehschalter gewählt. Hier könnte ich überlegen, auf eine Lösung mit Relais zurück zu greifen, geht so aber auch recht gut. Der vorhandene Platz ist ausreichend, ich musste nur etwas überlegen, wie ich die einzelnen Baugruppen sinnvoll positioniere.
Die RIAA wollte ich in der Form unverändert belassen. Allerdings habe ich diese doch noch einmal komplett zerlegt und dann unter Verwendung der Bauteile mit kleinen Optimierungen wieder zusammengebaut. Die Stromversorgung ebenfalls von MOSFET auf RC Siebung umgestellt, aber für die Heizung weiterhin stabilisierte Gleichspannung. Wie an anderer Stelle geschrieben, ist es mir bisher nicht geglückt, die Röhren einer RIAA zufriedenstellend mit Wechselstrom zu beheizen. Als Trafo kam ein Ringkerntrafo mit sekundär 230V/9V zum Einsatz. Heizspannung läuft sanft hoch, bevor Betriebsspannung zugeschaltet wird. Das sollte die Röhren schonen.
Auch wenn sich die Seitenwände Front, Rückwand und Deckel komfortabel einzeln öffnen lassen, gestaltete sich der Zusammenbau wie Tetris. Die Halterung für die Röhren sind auf Gummis gelagert, wie ich es bei der C3g auch umgesetzt habe.
Gut war, die ganze Schaltung vor dem Einbau noch einmal längere Zeit Probe laufen zu lassen, bevor der Einbau erfolgte.
Nach eine gewissen Betriebsdauer im Testbetrieb stellte ich fest, dass der eine Kanal von den Werten immer wieder abdriftete. Konnte ich mir nicht erklären.
Dann nach der Ausschlussmethode gearbeitet. Zuführung Stromversorgung links /rechts getauscht, Fehler bleibt auf dem gleichen Kanal. Röhren getauscht, identisches Verhalten. Somit war die Ursache schnell eingrenzbar. Der Gitterableitwiderstand hatte eine kalte Lötstelle, nicht sichtbar, erst durch Messung ermittelbar. Danach alles schick. Werte stellen sich ein, wie erwartet.
Aus Interesse und einem Spieltrieb heraus, habe ich noch fix eine Umschaltmöglichkeit gebastelt. Das kann man natürlich eleganter mit Relais etc. realisieren, mir reichten zwei zweipolige Umschalter. Zwei und nicht nur einen Schalter deshalb, um sowohl Signal als auch Masse schalten zu können, um ggf. Masseschleifen auszuschließen.
Somit ist es ohne nervige Stöpselei möglich, an einem Plattenspieler und einer Linestufe zwischen zwei unterschiedlichen RIAA Verstärkern zu wechseln. Natürlich gehen auch zwei Plattenspieler an einer RIAA, wenn man die Richtung tauscht.
Das fand ich für mich ganz interessant, die drei RIAA´s mit unterschiedlichen Röhren D3a, C3g und E88CC in entsprechenden Schaltungen direkt vergleichen zu können. Das Umschalten geht recht fix, erfordert allerdings auch immer die Anpassung der Lautstärke am Poti. Ich hatte mir mit Filzstift kleine Markierungen gesetzt, damit es einfacher war.
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Links Vorverstärker, rechts Phono, beide Geräte ohne Deckel |
Jedes Gerät für sich gesehen passt für mich. Wenn ich mich unbedingt entscheiden müsste, würde ich aktuell der RIAA mit D3a den Vorzug geben.
Zumindest habe ich den Umbau bis auf ein paar kleine Restarbeiten abgeschlossen, bin mit dem Ergebnis zufrieden. Das war mir einen Eintrag im Blog wert.