Samstag, 8. Februar 2014

Tonabnehmer für TD 125

Nachdem ich den TD 125 aufgearbeitet hatte, brauchte ich noch einen passenden Tonabnehmer. Für den Test hatte ich den Ortofon TA meines TD 150 entliehen. Da ich mir nicht so recht sicher war, welcher TA auch mit Blick auf die Kombi zum SME 3009 gut geeignet ist, suchte ich Hilfe im Analog Forum. Am Ende stand für mich die Entscheidung, entweder den bis dahin von mir favorisierten Dynavector 10x5 oder der mir von einem echten Fachmann der Szene ans Herz gelegte MC 44 von Fidelity Research. Am Ende habe ich mich dann für das MC 44 entschieden. Gute Ratschläge soll man annehmen und richtig falsch machen konnte ich eh nichts. Dieser TA wird seit über 30 Jahren nicht mehr produziert. In den USA konnte ich ein NOS-Exemplar aus altem Lagerbestand erwerben. Zuzüglich der obligatorischen Versteuerung und der zu berücksichtigenden Versandkosten ging der Preis in Ordnung.
Im Gegensatz zum Dynavector MC, welches eine Ausgangsspannung von 2,5mV hat, lässt sich das MC44 nicht an den MM Eingang der Vorstufe betreiben. Als Low Output MC ist hier ein MC Prepre oder passender Übertrager erforderlich. Ich bekam auch hierfür dankenswerter Weise im Forum eine Empfehlung für den Lundahl LL 1681.





Da ich ein ungeduldiger Mensch bin und auf die Lieferung der Übertrager nicht warten wollte, habe ich mir fix den Le Pacific Prepre aufgebaut, wie er im Internet viel diskutiert wird. Positiv, ich konnte die Funktion des TA sofort testen. Absolut negativ, einfach mal eben so zusammen frickeln brachte bei mir Brummeinstreuungen, welche schon bei normaler Lautstärke zu hören waren. Als Stromversorgung hatte ich erst ein Experimentiernetzteil angeschlossen. Auch der Wechsel auf 12V Batterie brachte nur geringe Verbesserung. Ich werde mich noch einmal mit dem kleinen Prepre beschäftigen. Nicht wirklich aus der dringenden Notwendigkeit heraus. Eher, weil ich nicht glauben kann, dass es nicht besser geht...






Zum Glück kamen diese Woche die Übertrager. Schnell verdrahtet und dazwischen geschaltet. Die Enttäuschung war groß! Neben der Musik machte sich ein deutliches Störgeräusch bemerkbar. Kein tiefes Massebrummen, eher höher und präsenter. Ich habe hin und her probiert. Stutzig machte mich, dass das Geräusch so gut wie weg war, als ich den Plattenspieler aus hatte. Den TD 125 gegen den TD 150 getauscht (dabei den Tonarm des TD 125 beibehalten), leicht besser, aber immer noch inakzeptabel. Dann kam mir der Zufall zu Hilfe. Da ich in der Steckdosenleiste einen freien Platz brauchte, habe ich den Stecker vom Netzteil des Netbook gezogen. Plötzlich Stille! Gleicher Effekt, wenn ich das Netzteil am Strom lasse, jedoch den USB-Stecker zwischen Netbook und DA-Wandler ziehe (Geräte nicht aktiv). So richtig kann ich mir nicht erklären, wie die Masseschleife /Verkopplung entsteht. Ich bin erst einmal froh, dass es ein lösbares Problem war. Darum muss ich mich natürlich noch kümmern.



Nun läuft die Kombi störungsfrei. Die beiden Übertrager habe ich noch in ein kleines Alugehäuse gepackt. Da ich in der Wohnung nicht mit Sprühfarbe herum hantiere und es die Temperaturen im Freien noch nicht zulassen, blieb es erst einmal ohne farbliche Lackierung und Beschriftung.



Jetzt höre ich erst einmal ausgiebig Musik. Für eine Klangbeschreibung ist es meines Erachtens noch zu früh. Auf jeden Fall gefällt es mir schon sehr gut :-)

Freitag, 10. Januar 2014

Thorens TD 125

Erstens kommt es anders...

Unter dieser Rubrik läuft auch mein Bericht über die Begegnung mit dem Thorens TD 125. Wie kam es dazu?
Irgendwann bin ich auf die Idee gekommen, mir einen Plattenspieler von Grund auf selbst zu bauen. Erste Experimente mit Antrieben folgten. Neben eines geeigneten Antriebes, musste ich mir natürlich auch ein passendes Lager + Teller beschaffen. Wer sich mit Thorens Laufwerken auskennt weiß, dass die Lager eingepresst sind und es nicht so einfach ist, diese aus dem Blech rausgedrückt zu bekommen. Leicht beschädigt man hier etwas.

Nun kam mir Anfang Dezember der Zufall zu Hilfe. Bei ebay entdeckte ich einen arg gebeutelten TD 125, welcher in der frühen Ausführung ein mit drei Schrauben befestigtes Tellerlager aus Aluguss besitzt. Eher um zu sehen, was man da so hinlegen muss, habe ich dann doch mitgeboten und das Gerät sehr günstig erstanden. Mir war schon klar, dass bei dem Allgemeinzustand auch das Lager einen Hack haben kann.
Als der Player dann vor mir stand, überwog aber doch die Neugier, ob man das Teil nicht doch wieder lauffähig bekommt. Deutlich zu sehen. Er musste mal runter gekracht sein und die Zarge wurde geflickt.


Zuerst habe ich mich des SME 3009/II Tonarmes angenommen. Komplett zerlegen, säubern und kaum wieder zusammen bekommen. Auch die Steckverbindung mit dem Dremel sauber polieren. Zu meinem großen Erstaunen war er eigentlich noch fast OK. Das Gewicht hing etwas runter. Den Dämpfungsgummi neu eingeklebt, hat hier geholfen.


Danach das Laufwerk. Beim Einschalten passierte erst einmal nix. Schnell erkannt, dass neben der defekten Sicherung auch ein Draht der Steuerungsplatine lose baumelte. Nach kompletter Zerlegung und Reinigung zeigte sich, dass der Zustand so schlecht nicht war. Das Lager von Motor und Tellerlager neu geölt. Die Geschwindigkeit kann man über die Potentiometer der Platine justieren. Da es sich um eine elektronische Regelung handelt, muss auch keine Mechanik den Riemen umlegen. 














Zum Vergleich bei der Justage der Geschwindigkeit, habe ich den genial einfachen Stroboskopblitzer von Krishu verwendet. Hier ein Hinweis für einen eventuellen Nachbau. Die Schaltung ist richtig, das Layout enthält kleine Fehler.

Was garnicht ging, war die Zarge. Optimal wäre eine völlig neue Zarge. Ich habe bei SpeakerSpace eine aus MDF in Auftrag gegeben. So lange sollte es dann doch nicht dauern und ich habe mich ran gewagt, die alte wieder aufzuarbeiten. Wer hier an einer professionellen Darstellung der Vorgehensweise interessiert ist, sollte den Beitrag von Captn Difool lesen. Echt klasse, was er da macht! Hat mir sehr geholfen.






















Ich habe den alten Lack runter gebeizt, gespachtelt und geschliffen. Lackiert wurde 4x mit Clou Möbel-Lasur-Lack natur und feinhaarigem Pinsel. Stinkt erbärmlich in der Wohnung, bringt aber super Ergebnisse.

Der Teller wurde dann hübsch blank gerubbelt und schnell noch ne neue Bodenplatte drunter.
In Ermangelung eines besseren Tonabnehmer, (hatte erst ein altes AT zum Test verwendet) wurde der Ortofon 540MKII vom TD150 samt Headshell stibitzt.

Was soll ich zum Ergebnis sagen. Ich glaube, die Bilder zeigen es sehr gut. So einen Plattenspieler zerlegt man nicht einfach. Dafür ist er dann einfach zu schön. Ach so, das Lager, der eigentliche Grund meines Interesses, ist glücklicher Weise in Ordnung. Zumindest dreht sich der Teller genau so lange wie mein TD150, wenn man ihn anschubst.

Gestern kam vom Sora Shop noch eine maßgefertigte Plattenspielerhaube. Sicher nicht mit der Originalhaube vergleichbar, aber für 40,00€ inklusive Versand eine echte Option. Ganz ohne Haube ist es wegen der Staubablagerung dann doch nicht so gut.






Nun muss ich mir noch über einen passenden Tonabnehmer Gedanken machen. Das 540MKII soll am SME 3009 improved des TD150 bleiben. Die Kombi passt einfach. Für den etwas schwereren 3009-2 könnte man neben einem guten MM auch über einen MC mit hoher Ausgansspannung oder aber ein normales MC nachdenken. Bei letzterem bräuchte ich aber wieder einen Übertrager oder PrePre, was auch wieder Bastelei wird. Sollte mir jemand eine Empfehlung für die TD125/SME3009-Kombi geben können, ich würde mich über einen Tipp sehr freuen.

Lautsprecher Seas FA22RCZ

Auch im neuen Jahr möchte ich in kleinen Beiträgen über mein Musikhobby schreiben. Längst überfällig ist ein Beitrag, über welche Lautsprecher ich aktuell Musik höre.
Nachdem ich so einige Sachen ausprobiert hatte und ich, wie in einem zurückliegenden Post geschrieben, allein mit den ansonsten vorzüglichen Sabas nicht auskommen wollte, stellte sich die Frage nach einer echten Alternative.

Also gab es ein kleines Pflichtenheft:

- unbedingt Breitbänder
- preislich erschwinglich, max. 600€ das Paar
- möglichst kein zusätzlicher Hochtöner
- möglichst keine Korrekturglieder
- hoher Wirkungsgrad >93dB wegen Endstufe
- zusätzliche Bassunterstützung nicht erforderlich
- Gehäuse darf nicht höher als 85cm sein!

Die Liste der Alternativen ist recht kurz. In die nähere Betrachtung kamen dann Fostex 208, Ciare 252, Audio Nirvana Super 8; Seas fa22rcz, Sonido SWR200; Visaton B200. Nun kann ich mir nicht einfach mal so von jeder Option ein Pärchen zulegen und habe auch nicht die Kontakte, in der örtlichen Nähe um Bonn einen Hörvergleich realisiert zu bekommen. Zwei Lautsprecher hatte ich dann doch zum Test. Ciare und Visaton. Allerdings beide nicht an meiner Anlage.
Nach längerer Recherche und einem vielversprechenden Artikel in K&T, habe ich mir ein Paar der Seas bestellt. Für ca 110,00€ das Stück erst einmal sehr preisgünstig, was aber kein Nachteil sein muss. Klar, man kann auch auf die Exotic Reihe zum fünffachen Preis zurück greifen. Das möchte ich dann aber wirklich mal im Direkvergleich gehört haben und mich nicht auf den Bericht einer HiFi-Gazette verlassen.





















Die Daten passten alle in mein Raster. Basierend auf dem Bauvorschlag von der Seas Homepage, habe ich über das Programm AudioCad versucht, meine eigenen Vorstellungen umzusetzen. Ein Satz zu AudioCad von Michael Uibel. Ich mag das Programm schon dadurch, weil es bereits vor 15 Jahren die Software war, mit der ich Lautsprecher erfolgreich simuliert habe und ich einfach gut klar komme. Damals noch auf Diskette mit auf drei Kopien beschränkter Installationssoftware... Leider bekomme ich unter WIN8 64bit die Software nicht mehr lauffähig und Virtuell PC habe ich noch nicht versucht. Nachdem mein Netbook nun auch auf WIN7 umgestellt ist, bin ich etwas aufgeschmissen. Egal, die Simulation habe ich vor dem Umstieg noch hin bekommen. Wenn ich es wieder benötige, muss ich mir etwas einfallen lassen.

Da ich nicht der große Holzwurm bin, wollte ich mir auf jeden Fall die Bearbeitung der Schallwand ersparen. Saubere Kreisausschnitte im Sichtbereich überfordern mich. Fündig bin ich bei SpeakerSpace geworden. Dort fertigt man CNC gefräst millimetergenau alles was man braucht. Und das zu einem echt fairen Preis! Wenn ich sage millimetergenau, dann sollte man das ernst nehmen. Die meinen was sie sagen! Wer also den Einbaudurchmesser aus der Seas-Zeichnung nimmt, dem fehlen in der Praxis dann genau 0,5mm, um die Lautsprecher einbauen zu können. Ich durfte dann von den Seas die Farbe vom Rand schleifen, um die Dinger da rein zu bekommen. Bestellt habe ich mir gleich vier Schallwände.

Die restlichen Bretter sind wie üblich vom örtlichen Baumarkt in 19mm MDF.
Die Simulation weist eine recht große Bassreflexöffnung aus, welche ich auf die Rückwand platziert habe. Getestet habe ich später auch die geschlossene Variante. Die BR-Variante hat die Simulation bestätigt und ich gebe ihr den Vorzug.

Die Sockel sind etwas angeschrägt um die Lautsprecher möglichst in Hörrichtung auszurichten. Behandelt habe ich das Gehäuse mit Holzlasur nussbaum in Wischtechnik. Kann man sicher besser machen. Gerade auf dem MDF ist das immer so ne Sache mit der Optik. Und ein Novum gibt es. Ich habe das erste Mal keinen Holzleim sondern Dispersionkleber verwendet. Das macht sich wirklich gut, hätte ich so nicht erwartet.

Nun bauen die Lautsprecher recht tief. Da ich noch die breiteren Schallwände habe überlege ich noch, eine Variante zu bauen, die eher breiter und nicht so tief ist. Das wird wohl auch passieren. Problematisch ist dann nur die Tiefe des Reflexkanal. Oder den Sockelbereich mit einschließen und durch die Volumenvergrößerung noch einmal die geschlossene Variante in Erwägung ziehen.
Bedämpft wurden die Boxen nur wenig mit Bofam und in der Mitte mit Schafwolle, um stehende Wellen abzuschwächen.
Die Lautsprecher brauchen eine längere Einspielzeit. Das war mir klar und es bestätigte sich auch hier, dass sich erst nach längerer Zeit die volle Klangfülle einstellt.
Was sicher interessant ist, wie klingen die Seas nun? Ich mache das jetzt mal so, in dem ich die Seas mit den Sabas vergleiche. Das halte ich für legitim, weil sie nun mal für mich die Alternative darstellen. Klar, als positiv ist sofort der deutlich tiefere Bass ins Feld zu führen. Wir reden bei mir über Pop und Rock der 80er Jahre, nicht über Kammermusik. Wenn man es streng nimmt, sind die Seas im Hochtonbereich aufgrund des fehlenden Hochtöner etwas zurückhaltender. Wobei hier meine Referenz mein Sohn ist. Sein Gehör lässt es zu, das Piepen eines Monitor eine Treppe tiefer zu registrieren, was mir überhaupt nicht auffällt. Ergo ist das mit dem maximalen Hochtonbereich akademisch. Worauf es ankommt ist die Transparenz und Dynamik in dem Spektrum, welches ich auch bewusst warnehme. Und hier machen sich die Seas echt nicht schlecht.

Zugegeben, die Sabas sind einen Tick besser, noch transparenter. Was aber für die Seas spricht, ist die Gesamtheit der musikalischen Darstellung. Das führte auch dazu, dass ich die Seas nun als Dauergast im Wohnzimmer habe. Der Weisheit letzter Schluss ist es sicher nicht. Allein die Neugier wird dafür sorgen, sich weiterhin mit Breitbändern zu beschäftigen. Sei es in der Optimierung des bestehenden Gehäuses oder der weiteren Suche nach "dem" Lautsprecher. Was mich nicht los lässt, ist der Sonido SWR200, der nach meinem Kenntnisstand nur über Direktbestellung in Budapest beziehbar ist. Na, mal sehen...

Sonntag, 1. Dezember 2013

Thorens TD150 MKII

Wie in meinen Posts zu erkennen, habe ich für mein Musik-Hobby ein eng gestecktes Budget, welches ich nicht überschreiten kann und auch nicht will. Bei den Plattenspielern verhält es sich nicht anders. Gerade hier kann man sicher einen erheblichen Sprung nach vorne machen, wenn man entsprechend investiert. Mein Ziel war es, eine solide Basis zu haben, und die bewegt sich in der Region der klassischen Thorens und Dual Laufwerke. Mein aktueller Liebling ist der TD150 MKII von Thorens.


Ich hatte dieses Laufwerk vor ein paar Jahren bei ebay ersteigert und es wurde mir per Post zugeschickt. Das Gerät besaß den typischen Kugeltonarm TP13a der MK II Version und kam mit einer weißen Zarge daher. Ich hatte ihn eine Weile in Benutzung und dann beschäftigte ich mich doch mehr mit den 160ern. Leider habe ich kein Foto vom Ursprungszustand gemacht.
Irgendwann griff ich mir den TD150 und beschäftigte mich intensiver mit ihm. Im Netz gibt es zu diesem Gerät in Hülle und Fülle Informationen, auch zum "Kugeltonarm". Die Mehrheit attestiert dem Laufwerk positive Eigenschaften und auch der Arm wäre besser als sein Ruf. Im Vergleich zum 160er ist er noch einfacher gehalten, allerdings sehr solide. So hat er ein Motorpulley aus Alu, ein 10mm Lager und die Achse dreht auf einer eingelassenen Kugel.
Nächster Versuch, das Laufwerk und Arm neu justieren. Dabei musste ich feststellen, dass für mein Empfinden der Arm alles andere als optimal war.

Also stand für mich der Umbau fest:
- Zarge wurde geschliffen und schwarz lackiert
- Bodenplatte aus Multiplex
- die angeschmorten Kondensatoren und der Widerstand wurden getauscht
- es wurde ein neues Tonarmbrettchen aus MDF gefertigt
- ein neuer Tonarm, der SME 3009 S2 improved wurde beschafft
- als Tonabnehmer wurde ein neues Ortofon 540MKII  (baugleich VM silver) installiert
- die Chinch-Verkabelung durch Oelbach NF1 Kabel erneuert
- Laufwerk gereinigt, geölt und neu justiert
- Haube so gut es ging aufgearbeitet
- kapazitive Anpassung des Vorverstärker


























Die Einstellung des Tonabnehmer war etwas knifflig und ich habe über mehrere Tage immer wieder nachjustiert bis es passte. Gerade bei S-Lauten zischelte es am Anfang noch etwas. Jetzt ist das Gerät im Dauereinsatz. Den Umbau erachte ich als gelungen. Nachdem es eine Weile gedauert hat, bis der Tonabnehmer optimal eingespielt war, belohnt der TD150 mich nun mit ruhigem Lauf und ausgewogenem Klang. Die Kombination SME und OF 540er finde ich sehr harmonisch. Ich kann natürlich einen Verglich nur im Rahmen meiner vorhandenen Alternativen anstellen.





Am Ende noch ein Bild meiner aktuellen Anlage. Alles sehr überschaubar. Neben Netbook, V-DAC + Stromversorgung sowie der Endstufe auf der Linken, ist auf der rechten Seite der TD150 mit Vorverstärker inklusive des Gehäuse für die Trafos zu erkennen. Fehlen in der logischen Folge nur noch die Lautsprecher...




Kopfhörerverstärker mit C3g

Meine Sympathie für die C3g/C3m hatte ich bereits zum Ausdruck gebracht. Hier möchte ich ein kleines Projekt beschreiben, welches auf der C3g basiert.
In Jogis Röhrenbude stieß ich zwangsläufig auf den Schaltungsentwurf von Heinrich Siemens. Dieser basiert auf je einer C3g in OLT Schaltung, also ohne Ausgangsübertrager. Ich konnte auch lesen, dass klangtechnisch die bessere Variante jene mit den AÜ´s wäre, zumal die Anpassung an heute gängige Kopfhörer damit erleichtert wird. Bei Gerd Rheinhöfer sind diese erhältlich.

Nun muss ich sagen, dass ich eigentlich nicht wirklich aktiv mit Kopfhörern Musik höre. Es gibt aber immer Momente, da möchte ich auch mal etwas lauter Musik hören. In den Abendstunden sicher nicht so nett für die Nachbarn. Also ein kleiner Röhrenverstärker und ein passender Kopfhörer mussten her.
Weil ich mich mit Kopfhörern nicht so auskenne, habe ich mir für (sehr) kleines Geld einen älteren AKG K141 in der 600 Ohm Variante beschafft. Da gibt es sicher bessere, nur die sind dann auch berechtigter Weise teuerer und man sollte sich vorher damit beschäftigt haben. Meine sind zumindest technisch einwandfrei und erfüllen ihren Zweck. Mehr geht später immer noch.

Blieb nur noch der Verstärker. Die Schaltung ist äußerst überschaubar, ich habe sie unverändert übernommen. An Bauteilen wurde verwendet, was vorhanden war. Daher auch die großen Elkos (680µF/400V) für die Betriebsspannung. Die habe ich zuhauf hier liegen und finde nicht so recht eine sinnvolle Verwendung.

Einziges Problem war, geeignete Koppelkondensatoren zu finden. Die MKV von Siemens habe ich im weiten Netz nur mit Montagegewinde gefunden.

Sollte jemand einen Tipp haben, wo ich die her bekommen kann, ich würde mich freuen.
 
So mussten MKP Kondensatoren von Solen, welche ich bei Tube Town geordert hatte, die Aufgabe übernehmen. An dieser Stelle darf nix schief gehen, da dies die einzige Trennung der Kopfhörer zur gefährlichen Betriebsspannung darstellt.
































Das Gehäuse ist ein ca. 18,5x18,5cm Hammond Aluguss-Gehäuse. Der preiswerte Ringkerntrafo von Tube Town verschwindet in einem kleinen Aufbaugehäuse gleichen Herstellers.

Der Rest ist schnell beschrieben. Reichlich Löcher gebohrt. Alles grundiert und schwarz lackiert. RC Siebung für die Betriebsspannung, ungeregelte Gleichspannung für die Heizung, ordentliches Poti rein.
Wie klingt das kleine Ding denn nun? Gar nicht mal schlecht :-) Erster Test: rauscht und brummt es? Nein! Nur Musik oder Stille. Und Dank der 600Ohm der K141 auch ausreichend laut. Ein Test mit den sehr guten AKG meines Sohnes zeigten, dass es vom Klang besser geht, allerdings wird durch die geringere Ohm-Zahl die Lautstärke limitiert. Man kann mit dem kleinen Ding unangestrengt auch etwas lauter Musik hören. Jedenfalls so lange, wie einem die Polster auf den Ohren nicht stören. Ich nutze den kleinen Amp öfter, wenn ich bei schönem Wetter abends noch auf dem Balkon sitze und keinem mit meiner ollen Musik auf den Pinsel gehen will. Durch das ausreichend lange Kabel des K141 geht das sogar von meinem Plattenspieler aus. In der Wohnung kommt er z.Z. eher selten zum Einsatz.


Sollte sich jemand mit dem Gedanken tragen, auch einmal einen Röhrenverstärker aufzubauen aber hat dies noch nie gemacht, das hier ist aus meiner Sicht ein guter Anfang. Die Bauteile sind leicht beschaffbar. Der Aufwand ist gering. Die Loktalsokel lassen sich leicht verdrahten. Die Kosten bleiben auch überschaubar. Und vor allen Dingen lässt sich das Gehäuse prima bearbeiten. Ich habe eine Standbohrmaschine verwendet, behaupte aber, mit einem Akkuschrauber + billigem Schälbohrer wäre ich genau so weit gekommen. Natürlich arbeitet man mit lebensgefährlichen Spannungen und man sollte wissen, was man tut!!!
Danke auch an Heinrich Siemens für den prima Schaltungsentwurf, der ja schon viele Nachbauer gefunden hat.

Der Vorverstärker


Das Gehäuse für meinen Vorverstärker habe ich ja nun. Die Baugruppen wollte ich unverändert umziehen lassen. Ganz so einfach war es dann doch nicht.





Kurz zum Aufbau.
Die Schaltung hatte ich aus dem Buch "Höchst Empfindlich" übernommen. Allerdings machten mir ein paar Details Kopfzerbrechen.
Als ich die Schaltung 1:1 aufgebaut hatte, musste ich feststellen, dass sie bei mir gar nicht so zufriedenstellend lief, wie erwartet. Nachdem ich die Kondensatoren im passiven Filter um eine Zehnerpotenz verringert hatte, sah es schon besser aus. Im Vergleich zur weitestgehend ähnlichen Schaltung des "Daniel" in der 1985 erschienenen "The Audio Amateur", eine logische Schlussfolgerung. Am Anfang wollte ich einen vermeintlichen Druckfehler nicht in Betracht ziehen, da das Buch in einer relativ aktuellen Ausgabe erworben hatte und sich so etwas ja berichtigen lässt. Sei es drum.



Bei der Stromversorgung habe ich es mir doch recht einfach gemacht. Je Stufe eine eigene geregelte Spannung über IRF840. So lassen sich die Spannungswerte bequem einstellen. Auch die Heizspannung ist stabilisiert. Hier nutze ich drei LM317. Also nichts besonderes. Der Vorteil, ich kann ohne Umbau entweder 6,3V oder 300mA einstellen. Das erweitert die Möglichkeiten, bestimmte Röhren zu verwenden. Bei P-Röhren ist das nicht ganz optimal gelöst. Zwei Röhren sind immer parallel geschaltet. Wenn die Röhren unterschiedliche Ströme ziehen, ist eine Justage auf genau 600mA nicht damit gleichzusetzen, dass jede Röhre auch 300mA zieht. Das kann leicht bei der Verwendung unterschiedlicher Hersteller auftreten.

Die einzelnen Bauelemente habe ich ausgemessen und so weit selektiert, wie es mir sinnvoll erschien. Daher z.B. auch die Werteangaben auf den Kondensatoren. Voodoteile sind hier nicht im Einsatz.

An Röhren habe ich in zurückliegender Zeit so einiges ausprobiert. Neben klanglichen Gesichtspunkten geht es natürlich auch darum, möglichst Exemplare mit äußerst geringer Rauschneigung und Mikrophonie zu finden. Aktuell laufen in der RIAA-Stufe je zwei PCC88 von Telefunken. Da ich hier einen Vorrat an neuen Exemplaren habe, konnte ich so gut es ging, passende Pärchen bilden. Zumindest, was die Anodenströme angeht. Und in der Line-Stufe ist je eine rote E180F Valvo im Einsatz.

Die beiden Trafos habe ich in ein separates Gehäuse ausgelagert. Einerseits, weil ich mir dadurch geringere Störeinflüsse verspreche, andererseits ist im Gehäuse nicht wirklich Platz dafür vorhanden.


Vorverstärker mit PCC88 und E180F





























Die fünf Module des VV habe ich im neuen Gehäuse anders angeordnet, um die Leitungsführung zu optimieren. Einen Nachteil im Betrieb hatte ich immer, da ich mir hier wohl bei der Konzeptionierung zu wenig Gedanken gemacht hatte. Nutze ich nur die Linestufe, ist auch die RIAA unnötiger Weise in Betrieb. Das muss ja nicht sein. Nun wollte ich die Module nicht neu konzipieren bzw. aufbauen. Also brauchte ich eine Möglichkeit, die vier Betriebsspannungen und zwei Heizspannungen abschaltbar zu machen. Zu dumm, dass das Gehäuse nur einen einpoligen Druckschalter aufweist. Zusätzliche Schalter wollte ich nicht. Gelöst habe ich die Sache, indem ich die Wechselspannung des Heiztrafo vor der Gleichrichtung über den Schalter geführt habe. Von dort führt eine zusätzliche Gleichrichtung zu einem vierpoligen Industrierelais. Wird der Taster also betätigt, werden die xCC88 geheizt und zeitverzögert die Betriebsspannung zugeschaltet.


Noch etwas musste ich lösen. Wie auf den Bildern zu erkennen, verfügt das Gehäuse über eine Aussparung für eine Standard Europabuchse für die Netzspannung. Da die Trafos ausgelagert sind, hätte ich im Normalfall die praktischen Neutrik-Buchsen verwendet, wollte aus optischen Gründen aber gerne die Rückseite unverändert lassen. Ein normaler Europastecker kann in der Hektik (z.B. wenn man schnell mal ein Gerät tauscht) zu Verwechslungen führen und stellt eine Gefahr dar. Ich habe nun eine Heißgerätebuchse eingebaut. Solche gibt es sonst in meinem Haushalt nicht. Das sichert zumindest, dass nicht versehentlich ein normaler Netzstecker eingesteckt wird. Richtig professionell ist es aber dann doch nicht und sollte keine Nachahmung finden.

Gemessen an meinen Möglichkeiten und dem eingesetzten Budget, halte ich den Vorverstärker in der baulichen Ausführung und im Klang als optimal und sozusagen als das Beste, was ich diesbezüglich hin bekommen habe. Sicher auch das Ergebnis eines kontinuierlichen Lernprozesses aus zurückliegenden Konstruktionen mit einigen Fehlschlägen.
Die letzten Wochen habe ich intensiv Musik gehört. Immer mal wieder zum Vergleich eine andere Vorstufe genutzt, und es stellte sich das gute Gefühl ein, ja so ist es richtig!



Ich kann den Bau dieses Vorverstärker uneingeschränkt empfehlen. Wer es nicht bereits hat, sollte sich oben genanntes Buch gönnen. (nicht allein wegen der enthaltenen Schaltung(en), sondern weil es kurzweilig geschrieben ist und eine Menge, manchmal nicht auf die Goldwaage zu legenden Denkanstöße beinhaltet). Wenn ich eine Empfehlung geben darf dann ist es, die Bauvorschläge als Anregung zu betrachten und sich am Ende seine Vorstufe so aufzubauen, wie man sie selbst als optimal empfindet. Feste Regeln gibt es hier genau so wenig, wie der eine Weg nach Rom (meine Meinung)