Auch wenn ich hin und wieder an meiner Anlage kleine Änderungen durchführe, so ist grundlegend alles an seinem Platz und größere technische / bauliche Veränderungen erfolgen nicht.
Zwischenzeitlich steht auch immer mal eine Putzaktion an, bei der ich alle Geräte aus dem Rack nehme, alles vom Staub befreie und wieder an den gewohnten Platz stelle.
Letztens viel mir während ich Musik von Schallplatte hörte ein leichter Brumm auf, der da nicht sein durfte. Nicht vordergründig, jedoch wahrnehmbar, wenn keine Musik spielt. Das war in der Form vorher nicht. Verkabelung geprüft Geräte ein und aus geschaltet, auf einmal alles gut.
Tage später gleiches Spiel. Dabei viel mir auf, dass der Brumm immer dann auftrat, wenn ich zur aktiv genutzten Phonostufe ganz unten rechts auch die zweite RIAA, die in der mittleren Ebene mit C3g Röhren, ebenfalls in Betrieb hatte. Diese ausgeschaltet, alles wieder gut. Wie kann es zu so einer Wechselwirkung kommen?
Was dann folgte war einer Verkettung logischer und völlig unsinniger Prüfschritte, um hinter die Ursache zu kommen: Masseverkabelung des Plattenspielers, Masseschleifen zwischen den Geräten, Phonostufe halb zerlegt und Leitungsführung Schritt für Schritt geprüft. Tonarme, Tonabnehmer, Headshell getauscht.
Entdeckt, dass der Brumm immer dann auszumachen war, wenn der ADC 550 XE Tonabnehmer genutzt wurde. Zwischendurch, um wirklich alles auszuschließen, auch noch eine andere Phonostufe herangezogen.
Hier biege ich einmal kurz ab, weil es mir zu dieser Phonostufe noch ein paar Worte der Erklärung wert sind. Es handelt sich um die bekannte Aikido-Platine, welche Herr Otto entwickelt hat und man sie über den eBay Shop erwerben kann. Aus meiner Sicht stimmt bei dieser Platine das Preis-Leistungs-Verhältnis absolut.
Ich hatte mir diese aus Interesse einmal zugelegt, jedoch dann nicht weiter genutzt. Was etwas schade ist, in meiner Ausführung fehlen noch die vier Bohrungen zur Befestigung, die Herr Otto in der aktuellen Version ergänzt hat. Eine gewisse Herausforderung für den Einbau in ein Gehäuse. Das Teilchen klemmt man ideal an einen Akku und in loser Schüttung kann sofort Musik gehört werden.Genau das war der Grund, weshalb ich sie hervorgekramt hatte, der Betrieb ohne Netzteil. Weil mir das dann doch zu schlumperig im Aufbau war, habe ich dem Gebilde noch fix ein extra Gehäuse gezimmert. Drei Mutiplexbrettchen, eine Aluplatte 15x20 cm und zwei dünne Sperrholzplatten als Rückwand und den Deckel, welchen man einfach einschieben kann. Die Rückwand bewusst aus Holz, da ich die Aussparung für die Chinchbuchsen rein fräsen musste, bei Metall wäre mir das zu großer Aufwand gewesen. Um die Platine dann präzise in der Höhe zu justieren, habe ich eine recht rustikale Vorgehensweise gewählt. Unter die Platine ein Stück MDF. Montagekleber auf den Gehäuseboden, MDF und Platine drauf, und dann sachte so lange runter drücken, bis genau die Aussparung mittig ist. Gehalten wird die Platine durch einen darüber befestigte Leiste. Die zwei 12V Akkus sind auch nur eingeklebt.
Das Ladegerät in Form eines Steckernetzteils habe ich komplett zerlegt und nur die Innereien hinter die Front montiert. Mit Dreifachschalter wird dann zwischen Betrieb / Aus / Laden umgeschaltet. Die RIAA zieht 40mA, da kann man sich noch die 8mA für die blaue Betriebs-LED gönnen, rot für Netzbetrieb. In Mac Gyver Manier über Schrumpfschlauch auch noch das Licht der LED´s der Ladeanzeige von der Platine aus der Front geführt, was nicht wirklich schön zu sehen ist, reicht für den Zweck, und die LED´s direkt raus zu führen, war mir mit der Löterei zu fummelig.Die ganze Kiste habe ich dann noch mit der Spraydose bearbeitet. Die Farbgebung in anthrazit erfolgte nicht zufällig, sondern ganz bewusst. Mir sind doch im Keller gleich drei halbvolle Spraydosen in dieser Farbe in die Hände gekommen, die mal weg mussten...
An einem regnerischen Sonntag habe ich mir einen großen Pott Kaffee und einen Schreibblock geschnappt und Struktur in meine Suche gebracht.
Eine Checkliste aufgestellt und abgearbeitet. Die Erleuchtung kam dann, als ich die RIAA mit C3g ohne weitere Kabel außer der Netzversorgung eingeschaltet hatte. Der Brumm bestand weiterhin!Das Ergebnis ist dann irgendwie auch wieder Logisch. Das ADC 550 XE reagiert im Gegensatz zu einem 220 oder einem Ortofon VM Silver sehr stark auf Störfelder. Warum, ich weiß es nicht. Die RIAA erzeugt genau dieses Störfeld und ist direkt unter dem Thorens platziert.
Als Sofortlösung ist der Thorens auf die linke Seite gewandert, betreibe ich weiterhin an der C3g RIAA, weil das meine aktuell favorisierte Kombination ist. Der zweite Thorens ist an die RIAA unten rechts angeschlossen. Jetzt also wieder Ruhe eingekehrt und den Grund ausgemacht.
Warum gab es das Problem bisher nicht? Der besagte Thorens stand mit dem ADC 550 vor der Putzaktion links, ich hatte ihn beim Zurückstellen einfach nur auf die andere Seite platziert und das ADC 550 habe ich noch nicht so lange im Einsatz, um es vorher schon mal bemerkt zu haben.
Ich kann mich nun gezielt weiter damit auseinandersetzen, ohne hektisch wildes Chaos zu verursachen. Erster Gedanke, generell ein geerdetes Stahlblech unter das oberste Brett des Regals zu montieren. Wäre nicht sichtbar und würde zumindest nicht schaden. Logisch auch, den Deckel auf das Gehäuse mal drauf machen...