Freitag, 23. Oktober 2026

Vergleichsweise

Es sind absolute Luxusprobleme, aber hin und wieder hadere ich schon mal mit der
Situation, dass mein Musikzimmer kleiner ist, als ich gern hätte. Andererseits möchte ich es nicht missen, ganz ungestört Musik hören zu können.

Der Klang wird stark vom Raum geprägt. Maßnahmen zur Klangoptimierung an meiner Anlage sind hier nicht (mehr) der große Hebel. So ganz untätig bleibe ich allerdings nicht.

Mir kam irgendwann der Gedanke, wie groß eigentlich die Serienstreuung bei den Lautsprecherchassis ist. Gemessen habe ich das noch nie. Nun habe ich von den W8-1772 vier Exemplare im Besitz. Warum an dieser Stelle nicht optimieren?  

Nun bin ich kein Messexperte und will den Aufwand erst einmal klein halten. Daher ein Testaufbau vorgenommen, der doch recht einfach zu realisieren geht. Aus Resten eines IKEA-Schranks schnell eine Platte mit Fuß gebaut, in welche der Ausschnitt für die TangBand gefräst wurde. 

Gemessen habe ich auf Achse mit REW auf einem Notebook mit Linux und USB Micro. Als Soundkarte nutze ich neuerdings das kleine Kästchen von Behringer. Den Vorteil sehe ich in den vollwertigen RCA Buchsen für die Verbindung zum Vorverstärker. Der Umstieg war nötig, meine betagte Soundblaster hatte schlagartig den Geist aufgegeben und macht keinen Mucks mehr. 

Der aus meiner Sicht geniale Gedanke war, alle Widrigkeiten der Messanordnung einfach in Kauf zu nehmen, weil aber für jedes Chassis gleiche Bedingungen herrschen, mögliche Fertigungstoleranzen zu erkennen. Wichtig sind dann nicht unbedingt die konkreten Messwerte, sondern das Delta zwischen den vier Chassis. Die Messungen erforderten etwas Schrauberei. Chassis reinschrauben, Chassis rausschrauben, neues reinschrauben usw.

Das Ergebnis sieht man auf dem Bild. (Glättung 1/6). Naja, und nun? Was schließe ich daraus? So einfach gehts dann doch nicht. 




Ich habe erst einmal zwei Chassis ausgewählt, welche ich anhand der Verläufe am geeignetsten angesehen habe. Wenn es gut passt, werde ich mich doch noch einmal intensiver mit einer Messanordnung und den Einstellungen in REW beschäftigen (gefensterte Messung, Nahfeld etc.), dann sind ggf. verwertbarere Ergebnisse möglich. 

Davon unabhängig habe ich kürzlich die für die Hornlautsprecher konzipierten Filterschaltungen aufgebaut. Grundlegend höre ich Breitbänder ohne extra Beschaltung, wollte den Vergleich dennoch einmal anstellen. 

Um nicht ständig umstecken zu müssen, habe ich einen Kippschalter 2  x UM integriert, obwohl ich das nicht so optimal finde. Die Filter wirken breitbandig so ab 4kHz und bei 800Hz.

Nach einigen Tests und Vergleichen verzichte ich weiterhin auf den Einsatz. Mir geht dadurch ein Teil der Direktheit verloren, die ich so schätze. Nach einer Weile Musik hören mit den Filtern schalte ich wieder auf "flat" zurück, weil mir was fehlt. 

Es gib für mich dennoch einen sinnvollen Einsatz. Öfter schnappe ich mir ein paar mir nicht so bekannte Platten, auch im weniger optimalen Zustand, welche ich dann eher nebenbei anhöre, meist wenn ich was am Rechner oder iPad zu tun habe. Dann ist der doch dezentere Klang ganz angenehm, weil ich mich nicht zu stark auf die Musik konzentriere. 


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