Sonntag, 12. Juni 2016

Reparatur SME 3009

























An meinem Thorens TD 125 ist seit Anbeginn ein SME 3009 Tonarm montiert. Soweit verrichtet er seinen Dienst und ich hätte grundsätzlich keinen Grund zur Beanstandung. Leider ist (wie vermutlich bei nicht wenigen) der Gummi, welcher die Verbindung von Gegengewicht und Tonarm herstellt, über die Jahre in Mitleidenschaft geraten. Bei mir machte sich dies bemerkbar, in dem sich das Gewicht zur Einstellung der Auflagekraft immer wieder senkte. Besonders wenn die Sonne direkt auf den Tonarm scheint und dadurch zusätzlich erwärmt. Ich hatte schon immer nach einem Ersatz gesucht. Wer sich damit beschäftigt, dem muss ich nicht sagen, dass dieser nur schwierig und zu absolut unverhältnismäßigen Preisen möglich ist. Auch nach längerer Recherche ist es mir nicht geglückt, eine entsprechende akzeptable Alternativlösung ausfindig zu machen.
Nachdem die Suche nichts brachte, habe ich mich dazu entschlossen, die beiden Teile zu kaufen. Nicht, dass mich das finanziell umhauen würde. Es widerstrebt mir einfach nur, für solch lapidaren Kram 30€ hin zu blättern. Egal, zumindest hat die Bestellung und Lieferung Problemlos geklappt.
Die alten Innereien habe ich ganz erfolgreich mit einem kleinen Dremel und einer entsprechendenden Schleifspitze entfernen können. Geklebt habe ich mit Sekundenkleber. Hier sollte man ein Produkt verwenden, was nicht superschnell fest wird, sonst bekommt man Probleme beim Einschieben in die Tülle.

Während der Reparatur hatte ich mir das Tonarmbrett ausgeborgt und damit einen erst kürzlich beschafften TD 125 MK II bestückt, auf den ein SME 3009 Improved anstelle des originalen Thorens Tonarm befestigt werden sollte. Durch den Tausch habe ich nicht die Eile, etwas zwingend fertig zu bekommen und kann dennoch schön Musik hören.

Weil mir am Ende das besagte Tonarmbrett fehlen würde, habe ich fix zwei Ersatzbrettchen angefertigt. Unter Nutzung des Original ist das absolut kein Hexenwerk. Mit der Rolle wurde in der gleichen Farbe lackiert, wie die Zarge. Das sieht sogar noch besser aus als in schwarz.
Nach der Justage ist der reparierte Arm nun wieder am TD 125 im Einsatz.
























Jetzt bin ich gespannt, wie lange das Ersatzteil nun hält und ob sich doch mal jemand findet, die beiden schnöden Gummiteile nachzufertigen.

Sonntag, 27. September 2015

Überarbeitung Vorverstärker Teil 3




























In den Sommermonaten habe ich mich nur von Zeit zu Zeit  mit dem Verstärkerprojekt auseinander gesetzt. Nach längerer Recherche und fachkundiger Hilfe habe ich es nun endlich hin bekommen, den Brumm aus der Schaltung zu verbannen. Vollkommen weg gegangen ist er nur durch die Verwendung des MC Übertrager.
In meiner zwischenzeitlichen Verzweiflung habe ich auch alternative Schaltungen und Stromversorgungen aufgebaut und ausprobiert. Die Ursachenforschung gestaltete sich schwierig. Dafür habe ich mich intensiver mit den Messgeräten beschäftigt. Ein Lerneffekt, der auch nicht zu verachten ist.

RIAA mit PCC88
Die von Alexander Kriegel konzipierte RIAA mit D3a wird  auch im Forum intensiv diskutiert und es werden entsprechende Platinen entwickelt. Somit wird es viele Nachbauer geben, die ihre eigenen Erfahrungen machen. Nach einem Telefonat mit ihm habe ich diese Schaltung  auch aufgebaut, mit E288CC in der Linestufe. Alternativ könnte man wohl auch die 6N6P verwenden, die deutlich preiswerter zu haben ist. Allerdings benötigt diese Röhre noch mehr Heizleistung. Muss man berücksichtigen. Nachbausicherer wäre die Verwendung der besprochenen Platinen. Hatte ich nicht, es musste also auch mit freier Verdrahtung gehen.


Grundlegend ist die Schaltung der Variante auf RJM Audio mit 6DJ8 ähnlich, welche ich bereits vor längerer Zeit aufgebaut und für Testzwecke neu dimensioniert im Einsatz habe. Allerdings verwende ich die PCC88, weil die ausreichend vorrätig sind und ich mir somit ein gutes Pärchen selektieren konnte. Als Kondensatoren für das Filternetzwerk habe ich auf welche zurück gegriffen, die von Hause aus 0,3% Toleranz haben sollen. Gibt es für 10nF und 30nF bei Reinhöfer. Diese nutze ich übrigens auch als Referenz, um andere Typen auszumessen. Damit sollte ich die Toleranz des Messgerätes etwas ausgleichen können. Wenn also der Referenzkondensator 30,08nF auf dem Messgerät anzeigt, und ich dann mit anderen Kondensatoren genau auf die 30,08nF komme, müsste ich es zumindest in Richtung der 0,5% schaffen. Es sei denn, ich habe einen Denkfehler.

Somit habe ich aktuell also die drei verschiedenen RIAA Stufen zum Vergleich. Für den Daniel (der in der Linestufe ein "Wilimzig" ist) nutze ich übrigens die ECC88 von JAN und in der Line die E180F von Siemens. Der Grund liegt auch hier in der Möglichkeit, aus einer größeren Zahl neuwertiger Exemplare die passenden zu selektieren. Gebrauchten E88CC mit rotem Stempel hinterher zu hecheln, ist mir zu anstrengend und am Ende auch zu teuer. Dieser Vorverstärker steckt weiterhin im Gehäuse, welches ich schon seit längerer Zeit in Nutzung habe.
Die PCC88 als reine RIAA werkelt in einem alten 2HE Einschubgehäuse, entsprechend der Bauart meiner EL84 Endstufe.

Im neuen Gehäuse ist die RIAA mit D3a verbaut. Somit ist das eigentliche Ansinnen, den Daniel in ein neues Gehäuse zu packen und dabei zu optimieren, in Richtung des D3a-Konzeptes abgedriftet. So kann´s gehen...

Das klangliche Ergebnis kann übrigens unterschiedlicher nicht sein. Die PCC 88 Schaltung hat einen sehr warmen Klang mit einer gewissen Bassbetonung. Die beiden anderen gehen eher in die Richtung neutral. Hauptgrund ist die Dimensionierung der Filter. Diese halten sich exakt an die Schaltungsvorschläge und sind (noch) nicht über die komplette Schaltung gesehen ausgemessen. Das ist auch nicht so einfach zu lösen, wenn Messmittel und eigenes Knowhow eingeschränkt sind. Letztlich entscheidet sich jedoch nicht zuletzt hier, wie gut die ganze Angelegenheit dann auch wirklich ist. Mit einem Inverse-RIAA-Filter einen möglichst geraden Frequenzgang zu ermitteln setzt voraus, dass auch das Inverse Filter den konkreten Vorgaben entspricht. So gut es ging, habe ich mir verschiedene Filter gebaut und werde diese nutzen.

Samstag, 15. August 2015

Not macht erfinderisch

Weil ich immer noch an meinem Vorverstärker zugange bin, macht es sich erforderlich, ständig einige Gerätschaften zu verwenden. Nun ist das bei meinen bescheidenen Platzverhältnissen mit der Handhabung etwas kompliziert. Einfach ausgedrückt, mehr als ein kleiner Klapptisch in der Küche ist nicht.

Allein der Verstärker füllt diesen fast aus. Rechts und links noch einen Stuhl zur Aufnahme der Geräte hin stellen, macht sich auch nicht sonderlich gut. Mein Hobby aus diesen Gründen auf andere Bereiche der Wohnung auszuweiten, habe ich nicht vor.


Irgendwann hat es mir dann gereicht und ich bin auf die Suche nach einer geeigneten mobilen Lösung gegangen.
Billig ist selten gut, allerdings messe ich das immer am Einsatzzweck. In meinem Fall sollte es nicht viel kosten, aber nützlich sein. IKEA ist immer meine erste Anlaufstation in solchen Fragen. Um das Konstrukt bei Nichtgebrauch zu verstecken, durfte es auch nicht zu breit sein.




Nach längerer Suche stieß ich auf die Besta Regallösungen, die nun Kallax heißen. Passend dazu gibt
es auch praktische Rollen. Diese sollen aus Sicherheitsgründen nicht für das hohe Regal verwendet werden, weil die Gefahr besteht, dass der Turm umkippen könnte. Ist in meinem Fall natürlich nicht zu erwarten. Schnell noch eine Mehrfachverteilung dazu, damit alle Kabel verschwinden und ein paar Winkel, auf die das Experimentiernetzteil und der Funktionsgenerator gestellt werden. Für die unteren zwei Ebenen gleich die passenden Schubfächer dazu und fertig.
Bei Nichtgebrauch kann ich das Regal nun leicht aus der Küche fahren und es steht dann an einer Stelle, wo es wenig stört. Praktisch, in den Schubfächern sind gleich noch die überlebendswichtigsten Dinge untergebracht. Die Geräte selbst kann ich natürlich jeder Zeit auch mal raus nehmen, wenn erforderlich.
Klar, so eine Lösung ersetzt keinen richtigen Arbeitsplatz, zumal die Anzahl der unter zu bringenden Geräte beschränkt ist. Aber eben besser als nichts.

Montag, 25. Mai 2015

Überarbeitung Vorverstärker Teil 2

Mit der Überarbeitung des Vorverstärker habe ich mich die letzten Wochen mal intensiver mal
weniger beschäftigt.

Nach längerer Suche nach einem geeigneten Gehäuse, habe ich dieses im Internet beim gleichen Händler geordert, wie für die PL82. Konkreter gesagt, sind es zwei identische Gehäuse aus Aluminium.




















Ich bin sonst nicht so euphorisch, aber die Teile haben mich mal wirklich begeistert! Die massiven eloxierten Platten und Streben lassen sich wie ein Baukasten leicht zusammenschrauben. Faire Sache, der Händler hatte deutlich mehr Schrauben beigelegt, als nötig. Das ersparte mir die Suche nach weiterem Zubehör. Wer im Baumarkt schon mal nach entsprechenden Schrauben gesucht hat, weiß was ich meine.


















Auch im zusammengebauten Zustand lassen sich die Seitenteile/Deckel leicht wieder entfernen, wenn man doch noch mal ran muss. Und das ist bei mir häufig der Fall.


Etwas Nachdenken erforderte die Front. Mit ca. 9mm beachtlich dick, kann man ohne spezielle Bearbeitung die handelsüblichen Potentiometer nicht befestigen. Ich habe das anders gelöst. Alle Schalter sind als Drehschalter ausgelegt. Verwendet man 6mm Alustangen, kommt man mit einfachen Bohrungen aus. Ansonsten musste ich relativ wenig Metallbearbeitungen ausführen. Ein paar Aluwinkel zur besseren Abschirmung und eben die entsprechenden Bohrungen, wo nötig. Das ist mit einer einfachen Standbohrmaschine schnell erledigt.
Das Netzteil habe ich zuerst fertig gestellt. Zwei Trafos habe ich verwendet, um auf die erforderlichen Leistungswerte zu kommen. TR1 versorgt den Hochvoltteil und die Röhrenheizung für die Linestufe. Dreht man den Schalter eine Stufe weiter, kommt noch TR2 (9V) hinzu, der dann die Röhrenheizung für die RIAA-Stufe versorgt. Somit müssen diese Röhren nicht in Betrieb sein, wenn nur die Linestufe gebraucht wird. Geregelt habe ich mit LT1084, um auf die 6,3V zu kommen. Auf eine Kondensatorschlacht habe ich bewusst verzichtet. Durch die Ausfräsungen bekommen die Kühlkörper ausreichend Luft zur Ableitung der Wärme.


Um eine Verbindung zum Verstärkerteil herzustellen, wählte ich IP40 Buchsen von Lumberg. Einmal vierpolig, einmal fünfpolig, um eine Verwechslung auszuschließen. Die beiden freien Buchsen haben übrigens keine Funktion und sind das Resultat eines Denkfehlers. Ich hatte die Bohrungen an der Stelle ausgeführt, an der dann der Ringkerntrafo platziert wurde.

Die RIAA-Stufe hatte ich im Probebetrieb bereits getestet. Bis heute habe ich immer wieder Anpassungen vorgenommen, weil ich mit dem Ergebnis nicht einhundertprozentig zufrieden bin. Einerseits besteht immer noch ein geringer Brummanteil, der bei weit aufgedrehtem Poti hörbar wird. Auch die Filterkondensatoren habe ich nach ersten Hörtests angepasst. Konkrete Messungen habe ich noch nicht durchgeführt. Zumindest läuft sie nun stabil.

Die Linestufe macht dagegen keinerlei Probleme. Ich habe die Schaltung aus dem bestehenden Vorverstärker 1:1 übernommen. Rauschanteil oder Brumm ist kein Thema, auch bei komplett aufgedrehtem Lautstärkesteller.

Weil ich noch Platz hatte, habe ich den MC-Prepre auch noch im Gehäuse untergebracht. Das Batteriefach für die 9V Batterie befindet sich auf der Rückwand, die MC Schaltung in einem separaten Alugehäuse. Wird ein Übertrager verwendet, muss er an den MM-Eingang angeschlossen werden. Der Eingangswahlschalter hat vier Schaltstellungen. Durch Verwendung geeigneter Relais wird in Stufe 3 der MM-Phono Eingang und Stellung 4 der MC-Phono Eingang zugeschaltet. Um der 9V Batterie ein längeres Leben zu schenken, ist der Prepre nur an, wenn die RIAA aktiv ist und der Eingangswahlschalter zudem in Stellung MC Phono steht.













Übrigens, ich wusste nicht so recht, wie ich das mit der Beschriftung hin bekommen sollte. Deshalb habe ich sie erst mal weg gelassen. Sollte mir hier jemand einen Tipp geben können, wie ich das ordentlich gelöst bekomme, wäre ich dankbar.























Richtig fertig ist der Vorverstärker immer noch nicht. Für die Mühe, die ich mir beim Aufbau gegeben habe, möchte ich ihn in einigen Details noch optimieren. Da gibt es noch einige Punkte, über die ich mir den Kopf zerbreche und ohne Hilfe sicher an meine Grenzen stoße. Dafür bleibt es interessant und ich habe ausreichend Betätigungsmöglichkeit. Im Blog wird es bestimmt noch einen Teil3 des Berichtes zum Vorverstärker geben.


Sonntag, 19. April 2015

Mivoc Micro Cube neu

Das schöne Wetter am Wochenende habe ich zum Anlass genommen, neben den sonst noch anstehenden Arbeiten, meinen Subwoofer zu überarbeiten. Wie schon mehrfach angemerkt, bin ich mit dem kleinen Sub sehr zufrieden.
Weil er aber in einem Gehäuse mit abgerundeten Ecken und schwarzer Lackierung nicht wirklich gut zum Rest der Anlage passt, war die Überarbeitung angesagt. Die Brettchen aus MDF habe ich mir im Baumarkt sägen lassen.

Die Front besteht aus Buche Multiplex. Der Kreisausschnitt für den Lautsprecher ist durch den breiten Aluring später nicht zu sehen. Deshalb habe ich mir die Front nicht CNC fräsen lassen, sondern selbst Hand angelegt. Etwas aus der Übung war ich beim Fräsen der Kanten. Es bedurfte dann doch etwas Nacharbeit, bis mir das Ergebnis gefiel.

Geklebt habe ich wieder mit Montagekleber. Das klebt sich wunderbar, hat aber auch den Nachteil, dass man die Seitenteile nicht komplett zusammenpressen kann. Die Teile 1 mm schmaler sägen lassen, macht sicher Sinn. Ich habe dann den Schwingschleifer bemüht. Geht auch ganz gut.
Die Lackierung erfolgte wieder mit der Rolle, nachdem ich Schleifgrund aufgetragen und mit 240er Schleifpapier geglättet hatte.

Ein Ärgernis gab es dann. Da mir der letzte Rest Holzlasur "kastanienbraun" eingetrocknet war, musste Samstag Abend schnell noch eine neue Dose her. Der Baumarkt in der Nähe hatte alle Farben, nur kastanienbraun war alle... Also mit dem Rad nach Bad Godesberg in den nächsten Baumarkt. Welch Glück! Eine Dose ist noch da. Aufkleber Farbbeispiel schon etwas verblichen, was soll´s. Als ich zu Hause die Dose geöffnet hatte, war es klar. Die war völlig überlagert. Die Farbpikmente hatten keine Bindung mehr. Ich habe ewig gerührt und dann mehr schlecht als recht die Farbe aufgetragen. Klar, eigentlich gleich wieder zurück bringen. Dafür war es zu spät und ich wollte das am Wochenende unbedingt fertig bekommen. Die wird wohl ewig im hintersten Teil des Regales geschlummert haben. Anders kann ich mir das nicht erklären.
















Beim Einbau des Aktivmodul und des Lautsprecher habe ich gleich noch eine Sache geändert, die mich bisher störte. Das Modul hat keinen richtigen Netzschalter. Selbst auf Stellung AUS des kleinen Schiebeschalter verbraucht es Strom. Ich habe einen beleuchteten Netzschalter verwendet. Den Mivocschriftzug hatte ich zufällig in der Bastelkiste gefunden und gleich noch angebracht.

Der Subwoofer steht bei mir auf Rollen. Das ist erforderlich, weil ich ihn zur Seite schieben muss, um die Balkontür zu öffnen. Allein das ist schon ein Grund, keinen größeren Subwoofer aufzustellen. Außerdem habe ich noch den Kondensator angepasst. 680µF ist die Empfehlung aus K&T. Durch erhebliche Bauteiltoleranzen lag ich bei 750µF. Nun sind es ca. 665µF was ganz gut hin kommt.
Jetzt, zum Sonntag Abend, ist alles wieder an seinem Platz, die Wochenendbastelei erfolgreich beendet.
Übrigens, für jemand, der sich gerne selbst Lautsprecher bauen möchte, dies aber noch nie getan hat, ist das ein lohnendes "Anfängerprojekt". Durch verdeckte Sägekanten kommt man mit Stichsäge und Akkuschrauber aus. Schleifen kann man auch mit der Hand :-)

Samstag, 28. März 2015

Überarbeitung PL 82 SE

Parallel zum Vorverstärker habe ich mir auch meine PL82 auf den Basteltisch gestellt. Er ist ja einer der ersten Verstärker, die ich gebaut habe. Schon rein äußerlich gefällt er mir nicht mehr wirklich. Das Gehäuse und die Bearbeitung entsprechen nicht mehr dem, was ich mir so vorstelle.



PL82 alt und neu











Am  technischen Konzept will ich jedoch nichts ändern. Im Gegensatz zur EL84, die komplett mit ungeregelter RC-Siebung ausgestattet ist, habe ich die PL82 komplett mit Regelschaltungen ausgelegt. Für die Heizung die 2 x 20,3V /300mA über LT1084 und für den Hochvoltteil vier BUZ92 nach bewährtem Konzept von Gerhard Haas.

Die größte Herausforderung ist für mich immer, ein wirklich geeignetes Gehäuse zu finden. Einige hatte ich entdeckt, allerings nie in der Ausführung, ohne größere Anpassungen klar zu kommen. Das fängt schon damit an, dass der Gehäusedeckel und Boden oft über keine ausreichenden Öffnungen für die Ableitung der Wärme verfügt. Und ich habe weder die Möglichkeiten noch die Begabung, Metallbearbeitungen in größerem Umfang durchzuführen. Ich entschied mich dann für das gezeigte Modell, welches über Ebay angeboten wird. Vom Preis geht das auch in Ordnung. Nachdem ich bestellt hatte, sind die Teile allerdings aufgrund der Entwicklung des Euro noch mal teurer geworden.



















Was ich ganz schick fand, sind die großen Kühlkörper an den Seiten. Die sind zwar völlig
überdimensioniert, aber auf diesen lässt sich die Elektronik wunderbar anbringen und separat testen. Das empfand ich als sehr angenehm. Der komplette Verstärker ist auf dem Basteltisch doch recht schwer und unhandlich. Bei meinen beengten Patzverhältnissen wird das schon mal ein problematisches Unterfangen, mit dem Lötkolben in jede Ecke zu kommen.
Auf den Bilden kann man es sehen, die Dimensionen in der Tiefe sind beachtlich. In mein kleines HiFi-Board passt das Teil gerade so rein. Also in der Front Kante auf Kante. 

Beim Zusammenbau und Test gab es gleich zweimal einen unerwarteten Zwischenfall. Einer der BUZ 92 hatte unvermittelt Schluss mit dem Kühlkörper. Mir ist das in dieser Form noch nicht passiert. Trotz ordentlicher Montage der Glimmerscheiben und anschließender Prüfung passierte das gleiche einen Tag später erneut.



Die Verstärkerschaltung habe ich nur in wenigen Punkten noch einmal überarbeitet. Im Grunde passte das so schon. Aus diesem Grund blieb auch die Pertinax-Platte, nur wurde sie nun um 90° gedreht. Ich wollte so weit wie möglich vom Trafo weg. Das Trennblech ist nicht wirklich nötig. Da es vom Rückbau noch übrig war, habe ich es weiter genutzt.
Wie bei der EL84 sind auch noch zwei Chinchbuchsen für den Subwoofer hinzu gekommen. Auf was ich verzichtet habe, ist das Poti und eine Quellenumschaltung. Ich überlege aber, ob ich das eventuell doch noch nachrüste. Dann ist die Einssatzmöglichkeit flexibler.

PL 82 noch nicht fertig verkabelt
Auf einem Foto ist bei genauem Hinsehen zu erkennen, dass plötzlich die größeren Reinhöfer-AÜ´s mit M85 Kern eingebaut sind. Eigentlich nutze ich die kleineren mit M65 Kern, die auch für das Schaltungskonzept gedacht sind. Die größeren sollen mal für ein anderes Projekt sein. Da ich sie aber jetzt geliefert bekommen habe, war mir einfach danach, diese mal zu testen. Gerd Reinhöfer hatte mir damals davon abgeraten, bei einem Verstärker so kleiner Leistung diese großen AÜ´s einzusetzen. Wie sich das klanglich nun auswirkt, kann ich nicht wirklich sagen. Ich würde mal behaupten, nicht schlechter, aber auch nicht besser.

















Nun lasse ich die Endstufe den ganzen Tag laufen und gleiche dann noch mal die Spannungswerte ab.
Auch wenn sich klanglich nicht wirklich was geändert hat, erfreue ich mich jetzt an dem gediegenen Gesamtbild meiner Anlage. Gemessen an der Leistung des Verstärkers, ist das dann doch alles etwas üppig geworden und es ginge sicher auch wesentlich kompakter. Ich bin dennoch mit dem Ergebnis zufrieden. Das Auge hört ja irgendwie auch mit ;-)