Sonntag, 19. Januar 2020

Was geblieben ist


 
Ich habe jetzt etwas überlegt, mit welcher Überschrift ich diesen Beitrag poste, um das Thema zu treffen. Letztlich soll es in diesem Tagebucheintrag darum gehen, was sich die letzte Zeit für mein Hobby ergeben hat, das ist jetzt doch ein längerer Abschnitt gewesen. Begleitet von einem Baubericht zu meinem kürzlich fertig gewordenen Hifi Rack

Über die Jahre hatten sich diverse Geräte angesammelt, welche ich dann irgendwie im Haus verteilt hatte, um diese auch nutzen zu können. So stand eine Anlage im Wohnzimmer, eine im Musik/Gästezimmer im Erdgeschoss und eine weitere im Arbeitszimmer. Vor dem Jahreswechsel habe ich die Nutzung der Räumlichkeiten noch einmal überdacht und verändert. Mein Musik/Gästezimmer befindet sich nun im (eigentlich schönsten Zimmer) im Obergeschoss. Bei der Frage, wie mein Wohnzimmer neu eingerichtet werden könnte, bekam ich die klare Ansage, erst mal müssten die zwei Schränke raus, die da mitten im Raum stehen
Im Ergebnis wurde meine Anlage auf die wesentlichsten Komponenten im Musikzimmer reduziert


  • Thorens TD 125 und Thorens TD 125 MKII
  • Vorverstärker RIAA mit D3a und Line E288CC nach Alex Kriegel
  • Extra RIAA mit E88CC für den zweiten Thorens nach Segschneider
  • Raspberry PI /DAC für Netzwerkfestplatte und Spotify im Gehäuse eines MR300
  • Endstufe EL34 Grande Audionist

Wie schon geschrieben, wurden alle Notebooks verbannt und letztlich auch ein Teil der Geräte zurück gebaut. Einen CD-Player besitze ich nicht mehr.
Behalten habe ich weiterhin meine PL82 und einen Vorverstärker mit der 5654/6AK5 in der Linestufe. Und meinen Verstärker mit 12Sh1L/1626, der auf den Namen "graue Maus" hört. Er bildet mit den Sabas eine sehr angenehme Combi im Arbeitszimmer und nimmt nicht viel Platz auf dem Schreibtisch ein. Dort höre ich aktuell ausschließlich Spotify/Webradio über ein iPhone, was nur diesem Zweck dient.

Bei der Einrichtung des Musikzimmers war ich mit dem aktuellen HiFi Regal nicht wirklich glücklich. Übergangsweise hatte ich dann ein Regal in Combi Wasserrohre mit Brettern von Europaletten.
Im Internet bin ich über eine Lösung gestolpert, die mir gefiel und ich nahezu 1:1 übernommen habe. Als Basis diente eine 38mm dicke und 4m lange Arbeitsplatte Buche Leimholz.


Der Baumarkt nahm mir die Arbeit ab, die Plattenmaße 130cm x 45cm raus zu sägen. Aus dem Restholz habe ich die Beine mit 38mm Breite gesägt, sodass sich für diese ein quadratisches Profil ergibt. Ich habe darauf geachtet, die Längen so raus zu sägen, um innerhalb der Beine keine Klebeverbindungen zu haben.
Recht abenteuerlich gestaltete sich die Maßnahme, die Bohrungen für die Rampamuffen und Aufnahmen für die Unterlegscheiben der Spikes genau senkrecht zu bohren.
Die ganze Konstruktion ist nur geschraubt, lässt sich wieder zerlegen oder ändern. Behandelt habe ich das Holz mit zwei Schichten Hartwachsöl. Das glänzt nicht so, wie ich es gerne gehabt hätte, lässt sich dafür problemlos verarbeiten.




Beim Eindrehen der Beine habe ich eine Einhandzwinge verwendet. Mit dem Hebel kann ausreichend Kraft für eine feste Verbindung aufgebaut werden.
Von der Maßhaltigkeit hat das alles sehr gut gepasst. Beine hatte ich mehr als benötigt gefertigt, um die besten aussuchen zu können.





Wirklich Zeit habe ich mir gelassen, die ganze Konstruktion ins Wasser zu stellen. Alles andere wäre auch schade um die Arbeit gewesen. Das
Ergebnis entspricht genau dem, wie ich es habe wollte. Prima.








Nun stellt sich die Frage, was noch kommt? Es wird nicht langweilig. Im Kopf gibt es bereits diese konkreten Vorhaben:

- neues Gehäuse für den Raspberry PI, eventuell mit Display und interner SSD
- neue Hauben für die beiden Plattenspieler

Zudem ist das Kapitel Lautsprecher nicht beendet. Mit der aktuellen Konstruktion experimentiere ich etwas rum. Die 1772 schätze ich sehr. Eventuell noch mal ganz anderes Gehäuse in Betracht ziehen? Dazu werde ich zu gegebener Zeit einen Eintrag vornehmen.

Sonntag, 28. April 2019

Musik mit Raspberry PI

Nachdem es mich gesundheitlich etwas aus der Bahn geworfen hatte, war auch das HiFi-Hobby in den Hintergrund getreten. Weder hatte ich die Energie noch das Interesse, mich mit einigen Projekten zu beschäftigen.

Nun geht es wieder ganz gut und ich habe auch wieder angefangen, die eine oder andere Platte zu hören. Die meiste Zeit läuft allerdings Webradio und CD´s, die ich auf Festplatte kopiert habe.


Bisher nutze ich für die digitale Musikkonserve jeweils ein Notebook bzw. Netbook. Grundlegend geht das über USB und externen DAC ganz gut, es gibt aber hier auch einen Nachteil. Gerade wenn nicht konstant in Nutzung, erlaubt sich Windows nach dem Hochfahren das eine oder andere Update. Dann kommt es auch dazu, dass die Lüftergeräusche sich nennenswert bemerkbar machten.

Also einen Raspberry PI nehmen, der die Musik aus dem Netzwerk holt. Von Meinolf habe ich neben der Empfehlung Volumio zu verwenden, auch einen DAC Aufsatz für den PI erhalten.
Grundsätzlich hat das super funktioniert, ich musste mich nur in die Konfiguration etwas reinfinden.
Einen kleinen Nachteil hat die Zusammenstellung jedoch. Es ist über das Handy nicht möglich, die Lautstärke zu verändern. Im Normalfall ist das nicht so relevant. Weil ich über den PI aber öfter Webradio höre, also so nebenbei Musik laufen habe, ist eine Anpassung der Lautstärke über Handy schon recht bequem.

Nun hatte ich bei Reichelt eh eine Bestellung angeschoben, also gleich den Hifiberry Pro mitbestellt. Weil die Zusammenstellung etwas lose rumlag, musste schnell und unkompliziert ein Gehäuse her. Hatte ich aber nicht wirklich da. Mir viel ein alter Mediareceiver in die Hände, den ich für Entertain nicht mehr verwenden kann. Also fix das Gerät auseinander genommen, Raspberry rein, Netzschalter dran und bei der Gelegenheit gleich noch eine 5V Stromversorgung mit Bauteilen aus der Bastelkiste dazu. Erst wollte ich die enthaltene Festplatte weiternutzen, habe das verworfen, weil ich hier keine Vorteile sehe. Meine Netzwerkfestplatte hängt zentral im Serverschrank und alle relevanten Rechner haben Zugriff. Also weshalb sich Arbeit machen. Gesteuert wird sie über Smart Home. Ich kann das natürlich auch komplett über Handy, der Bequemlichkeit halber habe ich an der Anlage einen extra Wandschalter angebracht, wie man auf dem einen Bild sieht.

In das Netzwerk eingebunden ist der Raspberry per LAN, WLAN habe ich nicht aktiviert.

Das ganze System läuft absolut reibungslos. Steuerung über Handy, jetzt auch mit der Option, die Lautstärke hoch oder runter zu regeln. Zudem kann ich natürlich auch Musik, die ich z.B. auf meinem Notebook habe, an Volumio schicken. Ist nicht wirklich nötig, macht sich aber gut, wenn mal eine CD abgespielt werden soll, die nicht auf die Festplatte kopiert wurde. Aufgefallen ist mir, dass nicht bei allen CD´s die Titel und Interpreten angezeigt werden. Die Ursache liegt  an der Formatierung/Config der Kopie auf der Festplatte. Das muss ich noch nacharbeiten, ist eine Fleißarbeit.


Klanglich kann ich nach den ersten Eindrücken nicht wirklich eine Verbesserung oder Verschlechterung zur Variante Notebook mit externem DAC feststellen. Allerdings will ich das die kommenden Wochen mal parallel laufen lassen und vergleichen. Sollte es einen Favoriten geben, wird dieser dann als Lösung in mein Musikzimmer kommen. Im Wohnzimmer wird es vorerst der Raspberry mit Hifiberry sein.



Zum Gehäuse könnte ich mir auch noch mal Gedanken machen, finde das jedoch für eine Übergangszeit als ausreichend. Es gibt sicher andere Dinge, die ich in den kommenden Wochen in Angriff nehmen will.

Sonntag, 14. Oktober 2018

Inbetriebnahme EL34 Audionist


Auch wenn der Aufbau des Verstärkers doch recht weit fortgeschritten war, dauerte es noch etwas, bis ich ihn in Betrieb nehmen konnte. Ärgerlich auch der vermutlich auf dem Postweg verschollen gegangene Brief mit zwei Epcos NTC´s, an dessen Stelle aktuell eine Drahtbrücke die Lücke schließt.
Wie bereits geschrieben, hatte ich mich bei der Bearbeitung der Alubleche etwas vertan, was die Positionierung der Bohrlöcher für die Befestigung und die Polklemmen der Lautsprecheranschlüsse betraf. Weil ich nicht lange auf die Lieferung der zwei 16x11 cm Aluplatten warten wollte, habe ich diese bei einem ebay Anbieter gekauft. Die Lieferung ging schnell. Jedoch ist das Alu so weich, das hat keinen Spaß gemacht, dieses zu bearbeiten. Besonders die beiden Bohrungen für die Neutrik Buchsen waren eine Herausforderung. Der Stufenbohrer verklebte ständig und es bildete sich immer wieder ein hässlicher Grat. Am Ende ging es dann doch so weit gut, würde aber das nächste Mal aufpassen, was ich bestelle.


Der Verdrahtungsaufwand ist dank der durchdachten Konstruktion extrem gering. Alles kurze Wege von Baugruppe zu Baugruppe. Wer auf den Bildern die Verbindung zwischen Netzanschlussbuchse und Netzschalter vermisst, die ist natürlich vorhanden. Ich habe die Aluprofile als Kabelkanal genutzt, das fand ich irgendwie ganz praktisch.
Die Verbindung der Heizleitungen vom Trafo zur Schaltung habe ich über eine Lüsterklemme hergestellt. Der Gedanke ist, wenn die Spannung über dem Optimalwert liegen sollte, könnte ich genau hier Widerstände einfügen.



















Mehr gibt es an dieser Stelle auch nicht zu sagen. Ich habe mich fast komplett an die Empfehlungen von Michael gehalten.
Nachdem das Terminal fertig gestellt war, konnten im letzten Schritt auch die Ausgangsübertrager an ihren Platz. Ab diesem Zeitpunkt wird das Gerät aufgrund des Gewichtes doch recht unhandlich.


Inbetriebnahme:

Die Inbetriebnahme erfolgte Schritt für Schritt.
Erst habe ich den Trafo ohne Verbraucher
eingeschaltet, alle Spannungen da, alles gut.
Danach die Heizleitungen dran. Es stellt sich eine leicht zu hohe Spannung ein, die aber noch ein wenig sinkt, wenn die Versorgungsspannungen hinzu kommen und der Verstärker sich in Betrieb befindet. Bei mir haben sich 6,6V eingestellt, das ist im Rahmen der Toleranzen.
Danach bei gezogenen Röhren die Betriebsspannung dazu. Einschalten, Knistern, Rauchwolke!! Mist! Was war passiert? Im rechten Kanal der Stromversorgung waren die weiden 390Ohm Widerstände überlastet. Platine ausgebaut, Fehlersuche. Nichts. Platine an das Experimentiernetzteil gehangen, alles gut. Neue Widerstände rein. Noch mal die Schaltung geprüft. Wieder eingeschaltet. Knall, Zisch! Widerstände durch. Kann nicht sein!!

Dann erst einmal Abstand nehmen (rate ich generell in solchen Situationen) und dann noch mal mit niedrigerem Puls nachdenken. Es kommt die Erleuchtung. Ich habe die Platinen spiegelbildlich aufgebaut, aber die Beschriftung der Polklemmen von oben identisch vorgenommen. Somit lagen die beiden Widerstände zwischen + und Masse. Ist bei 375V nicht so ideal. Bei der Prüfung mit dem Experimentiernetzteil war mir das nicht aufgefallen, weil ich immer die Leiterbahnseite oben hatte. Also Fehler gefixt, zum Glück ansonsten nichts kaputt gegangen.


Nächster Versuch, alles gut. Röhren rein und erneut einschalten. Musik nur auf dem rechten Kanal, links bleibt es stumm. Alle Spannungen liegen an? Ja. Die Ursache ist fast schon so peinlich, dass ich es nicht schreiben wollte. Ich hatte an der einen Chinchbuchse Signal mit Masse vertauscht. Der Grund, die Masse ist mit blauem Schrumpfschlauch überzogen, die Isolierung für das Signal sind grau wie auch die Außenisolierung. Das war also kein großer Aufwand.

So, und jetzt läuft das Ding. Und wie! Reflexartig ist natürlich immer die erste Frage, brummt oder rauscht es? Nein, macht es nicht. Es macht nur das, was es machen soll, Musik.
Ich habe dann geprüft, ob ich die Widerstände in der Stromversorgung anpassen muss. Michael hatte hier hilfreiche Hinweise gegeben. Bei mir stellen sich die 320V nahezu punktgenau ein. Ich werde die Werte im Auge behalten, ob sich durch Netzschwankungen und längere Betriebszeit doch noch Anpassungsbedarf ergibt.
Nun lasse ich den Verstärker erst einmal eine Weile laufen, allerdings nie, ohne in direkter Reichweite zu bleiben.

Schaltung bis auf die Anodenleitungen fertig verdrahtet

























Wirklich fertig ist der Verstärker noch nicht. Wie geschrieben, der NTC fehlt noch, die  Sicherungswerte sind noch zu hoch ausgelegt. Zudem habe ich die Verkleidungen / Schutzgitter noch nicht bestellt. Ohne die ist ein sicherer Betrieb nicht möglich. Und in Sachen Sicherheit sollte man sich bei Röhrenverstärkern bekanntlich nicht zurück lehnen.
Dementsprechend wird es absehbar noch einen Abschlussbericht dieses schon jetzt als gelungen zu betrachtenden Projektes geben.



Mittwoch, 3. Oktober 2018

Nachbau EL34 Audionist

Im letzten Post hatte ich bereits einen kurzen Verweis auf die Seiten von Michael gegeben, der zusammen mit Segschneider einen Verstärker entwickelt hat, der mich einfach zu einem Nachbau "zwingt".

Für mich ist es die bisher beste und umfassenste Baubeschreibung, die ich gesehen habe.

Auf meinen Seiten werde ich mich darauf beschränken, meine eigenen Erfahrungen mit dem Aufbau zu dokumentieren. Der Mehrwert für den Leser meiner Beiträge liegt daher eher in der Sicht auf die praktische Umsetzung. Es sind gerade die gemachten Erfahrungen, wenn man nicht mit allen Details des Konzeptes vertraut ist. Kleine Rückschläge sind vorprogrammiert.



Im ersten Schritt habe ich erst einmal meine Bestände gesichtet, welche Bauteile ich vorrätig hatte. Letztlich muss ich sagen, es waren allein die Röhren, sehe ich von einigem Kleinkram mal ab. Also hieß es erst einmal entsprechend Übertrager, Trafo, PIO Kondensatoren und Gehäuseteile zu bestellen. Dank des kontinuierlich wachsenden Angebots bei Reichelt, wurde der Rest dort geordert.


Letzten Samstag brachte der Postbote dann auch die Ausgangsübertrager von Leszek Ogonowski. Die Fertigung dauert eine gewisse Zeit, bei mir war es etwas länger, da ich zwischenzeitlich im Urlaub war und ich mit Thomas Makarow vereinbart hatte, sie mir erst danach zu schicken. Es war sehr erfreulich, dass Herr Makarow immer über den jeweiligen Status der Bestellung informiert hat. Bei Rondo Müller hat die Bestellung auch prima geklappt, man fasst sich dort in der Kommunikation aber sehr kurz.

Die Easy-Systemprofile hatte ich immer schon in den Aufbauten von Meinolf gesehen und schon eine Weile vorgehabt, diese auch einzusetzen. Weil der Hersteller diese Profile auf Wunschlänge fertigt, blieben mir diese Arbeiten erspart. Das hatte mich bisher auch abgeschreckt, weil ich nicht so recht wusste, wie ich das anstellen sollte. Mit einer einfachen Metallsäge stelle ich mir das doch sehr schwierig vor, habe es aber auch noch nicht probiert.


Das Zusammensetzen der Profile ist, wie der Name sagt, easy. Weniger easy war dann die Fertigung der Alubleche. Die unzähligen Löcher bohren ging erst einmal gut von der Hand. Schutzfolie drauf lassen, damit es nicht unschöne Kratzspuren gibt.




Erst später kam das große Erwachen. Ich hatte beim Anzeichnen der Bohrlöcher zwei wesentliche Punkte nicht durchgängig berücksichtigt. Die Easy-Profile haben Winkelverbinder. Sitzen die Bohrlöcher zu weit an den Außenkanten der Bleche, kommen diese mit den Winkeln in Konflikt.

Der zweite Punkt: zeichnet man von oben auf einem Blech an, muss man natürlich die darunter liegenden Profile berücksichtigen, die einer Befestigung im Wege stehen können. Siehe rechtes Bild. Einige Unbedachtheiten konnte ich beheben, bei den beiden Blechen für Lautsprecherbuchsen und Netzanschluss wäre es einfach nur unschön geworden. Eine Neubestellung war die sinnvollere Lösung.






















Anders wie empfohlen, sind die Platinen für die Stromversorgung bei mir nicht geätzt, sondern althergebracht auf Lochrasterplatten ohne Kupferauflage gefertigt. Ich selbst werde mich nicht damit auseinandersetzten, Leiterplatten selbst zu erstellen, auch wenn das sicher für geübte Bastler dank der Layoutvorlagen ein Kinderspiel wäre. Die Alternative heißt anfertigen lassen. Sehr gute Erfahrungen habe ich bereits mit platinenbelichter.de gemacht, die auch zu fairen Preisen fertigen.


Bei mir wurden die Bauteile mit 1,2mm Silberdraht verbunden, die Leitungsführung entspricht dem Layoutentwurf. Eine Platine habe ich spiegelverkehrt aufgebaut. Die Idee dahinter, die Widerstände liegen hierdurch immer auf der Außenseite und man kommt im eingebauten Zustand weiterhin gut ran. Wie beschrieben kann es erforderlich werden, die 390Ohm Widerstände auf die richtige Spannung anzupassen. Sollte meine Verdrahtung anstandslos funktionieren, behalte ich sie bei. Spricht etwas dagegen, kann ich die Leiterplatten nachrüsten.

Nachdem die mechanischen Arbeiten zum größten Teil abgeschlossen sind, bin ich nun dabei, die Bauteile einzulöten und die Verkabelung vorzunehmen. Dabei werden die Übertrager ganz zum Schluss an die Reihe kommen. Bei dem üppigen Gewicht wird das schnell unhandlich.



In den kommenden Tagen geht es mit dem Aufbau weiter. Dementsprechend werde ich die Dokumentation fortführen.

Montag, 3. September 2018

EL12 SE aus Bastelkiste

Im Lauf der Zeit sammelt sich bei jedem leidenschaftlichen Bastler mehr an Bauteilen an, als man am Ende wirklich benötigt. Zudem gesellen sich dann unter Umständen noch gewisse Hamster- und Fehlkäufe.
Mir geht es auch so und es ist dann immer wieder der Punkt erreicht, an dem ich überlege, was man mit den Restbeständen anfangen kann. Sicher, wäre ich konsequent, würde ich all das wieder veräußern, was ich wirklich nicht mehr benötige. Das fällt mir allerdings schwer und kommt selten vor.

Aus den EL84/PL82 Projekten habe ich immer noch ein Paar M85 Übertrager mit 3,5kOhm, welche von Gerd Reinhöfer eigentlich für die EL12 konzipiert sind. Mit denen wollte ich schon immer etwas anfangen. Die EL12N von RFT habe ich auch noch im Bestand, das passt schon mal.


Nach einigen Recherchen und ein wenig Zufall stieß ich auf einen Schaltplan, der alles vereinte, was
ich gerne verbauen wollte:
- die beschriebenen Ausgangsübertrager
- EL12 als Triode geschaltet
- die C3g als Treiberröhre
- ein Trafo mit 270V Primärspannung

Den Verstärker habe ich offen auf einem Multiplexbrett aufgebaut. Das geht einfach und man kommt
ohne Probleme an jede Stelle. Besonders, wenn noch Anpassungen im Schaltungskonzept zu erwarten sind, ist der offene Aufbau ein Segen.
Aus diesem Grund sind die Röhren auch waagerecht und nicht senkrecht angeordnet. Die recht eigenwillige Konstruktion des Chassis resultiert aus dem Problem, dass ich kein passendes Bohrwerkzeug in meiner Werkstatt finden konnte, welches den Durchmesser für die Fassungen der EL12 hatte. Mit ein wenig Improvisation in Form von zwei Alu Winkelprofilen und einer Pertinaxplatte, ließ sich das Problem ganz gut lösen.
Bei der Stromversorgung habe ich ganz bewusst eine elektronische Schaltung mit Längstransistor eingesetzt. Klassische RC Siebung wäre besser gewesen. Beim Blick in die Bastelkiste musste ich allerdings feststellen, nicht genug Kondensatoren mit ausreichender Kapazität und vor allem 450V Spannungsfestigkeit vorrätig zu haben.

Mit der elektronischen Regelung habe ich schon so oft gearbeitet, dass ich diese recht schnell aufbauen kann und auch recht gut das richtige Verhältnis aus Eingansspannung und Vorwiderstand für die Z-Dioden ermittelt bekomme. Tückisch ist, dass die Schaltung sehr abhängig von der Eingangsspannung ist. Unbelastet ist diese recht hoch. Wird der Trafo dann belastet, bricht die Spannung ein. Sackt die Spannung zu tief, kann die Regelung nicht mehr wie vorgesehen arbeiten. Ist die Spannungsdifferenz Eingang zu Ausgang zu groß, verbrät man den Überschuss über den Transistor und muss für entsprechende Wärmeableitung sorgen. Was will ich damit sagen. Auch wenn man bei einer elektronischen Regelung die Spannung in gewissen Grenzen bequem über ein Poti einstellen kann, kommt man auch hier um eine gewisse Rechenarbeit nicht umhin.

Der verwendete Trafo stammt von Jan Wüsten. Mit 2x 270V/2x120mA, 6,3V/2A 6,3V, 5A erschien er mir absolut passend und auch nicht unterdimensioniert. Die Schaltung zieht im Betrieb ca 2x 60mA.

Ich habe dann immer mal wieder den Lötkolben gegriffen, und daran gearbeitet. Irgendwann habe ich mir einen Ruck gegeben, und an einem Wochenende den Aufbau so weit fertig gestellt, den Verstärker in Betrieb zu nehmen.
Erfreulich für mich, die Konstruktion auf dem Brett verursacht nur geringe Störgeräusche. Brumm ist nicht kritisch, ein gewisses Grundrauchen besteht, was aber unabhängig der Lautstärke des Vorverstärkers ist.


Vom Klang bin ich ganz angetan. Der sofort wahrnehmbare Unterschied zu meinen aktuell genutzten Verstärkern ist natürlich die höhere Ausgangsleistung. An den Sabas ist das nicht so relevant, an den Tang Band oder Seas merkt man aber schon, dass da die Puste für etwas mehr reicht.

Die ganze Konstruktion wird allerdings über den aktuellen Staus nicht hinaus gehen. Und das hat handfeste Gründe.

Der eine ist ein Ärgernis, welches den Trafo betrifft. Dieser ist aus meiner Sicht qualitativ nicht ausreichend. Bereits nach einer halben Stunde hat er eine Pakettemperatur von 70°C! Und das, obwohl ihm nicht übertrieben viel abverlangt wird. Geht man dann noch von einem Einbau in einem geschlossenen Gehäuse aus, was schon aufgrund der Betriebssicherheit obligatorisch ist, dann ist das nicht mehr in dem Rahmen dessen, was ich guten Gewissens vertreten kann. Von den Surrgeräuschen, welche die Wicklungen verursachen, mal abgesehen.

 























Es gibt aber noch einen viel wesentlicheren Grund. Michael und Segschneider haben mich mit Ihren Veröffentlichungen auf dem Audionisten zur Grande so angefixt, dass der Nachbau für mich eine beschlossenen Sache ist. Da macht die weitere Arbeit an der EL12 für mich nicht den Reiz.

So werden die Reinhöfer Übertrager, Röhren und der Rest der Bauelemente erst einmal wieder zurück in die Bastelkiste wandern. Einer Dokumentation in meinem Bautagebuch war mir die Arbeit aber wert.

Sonntag, 5. August 2018

Omnes Audio Flat 8 Teil 3

Im Baubericht gibt es einen kleinen Zeitsprung. Die zurückliegenden Tage habe ich hin und wieder an den Gehäusen gearbeitet, allerdings nicht jedes Mal Fotos gemacht. Für die Bedämpfung kam Sonofil und Bondum zum Einsatz. Hier darauf geachtet, die Wege zu den Reflexkanälen nicht zu behindern.

Etwas Aufwand bedeutete dann, die Schallwand aufzuleimen. Der Kleber quillt aus den Fugen, wenn man die Teile zusammenpresst. Also vorher gut mit Abklebeband schützen, damit es nicht zu unschönen Flecken kommt.



Die Chassis sind auch eingesetzt. Mir wurde nur siedend heiß bewusst, dass meine Vorräte an Dichtband ausgegangen waren. Wenn das Dichtband nachbestellt ist, müssen die Chassis also noch mal raus. Ist für den Test nicht tragisch, die Körbe liegen plan auf.. Das sollte also auch jetzt schon ausreichend dicht sein.



So einfach in den Raum gestellt, wirken die Lautsprecher nicht, ein Unterbau muss noch her. Das hat rein optische Gründe, die Standfestigkeit ist auch so gegeben.



Mir viel da jetzt nicht wirklich etwas innovatives ein, daher habe ich die einfachste Form gewählt. Eine Grundplatte auf die vier auf Gehrung geschnittene Multiplexleisten gesetzt werden.
Mit dem Gehäuse sind sie noch nicht fest verbunden, falls mir noch eine andere Idee kommt.






Die Frage ist, ob sich die Arbeiten gelohnt haben. Ohne die ersten Takte Musik gehört zu haben schon mal ein erstes ja. Wie eingangs geschrieben, hatte ich Lust, mit Holz rum zu werkeln.
Schön ist es allerdings, wenn sich unterm Strich auch eine klangliche Verbesserung zu den bestehenden Konstruktionen einstellt.
Die bei neuen Chassis übliche Einspielzeit ist hier nicht erforderlich, ein direkter Vergleich zu dem bisherigen Gehäuse jedoch nicht direkt möglich. Für den Vergleich muss ich noch anmerken, dass ich die bestehenden Sperrkreise immer abgeschaltet gelassen habe. Dementsprechend laufen die neuen Konstruktionen erst einmal ebenfalls ohne Bauteile im Signalweg.






































Die 1772 an sich zu beurteilen, brauche ich sicher nicht. Die sind einfach gut. Punkt!
Ich bin beim ersten Einschalten auch nicht vor Begeisterung in mich zusammen gebrochen, weil die jetzt noch genialer klingen als vorher. Nein, auch das nicht.

Es gibt aber deutliche Verbesserungen, die es im Vergleich zur bisherigen Konstruktion zu nennen gilt. Auffälligste Veränderung ist der wesentlich präsentere Bass, der auch merklich weiter runter geht. Hier kommt für mich keinerlei Wunsch nach mehr Bassunterstützung auf. Die Lautsprecher stehen im Wohnzimmer, welches eine andere Geometrie als mein Musikzimmer hat. Der Einfluss des Raumes ist bekanntlich ein wesentlicher Faktor für das Klangbild. Die Lautsprecher kann ich 1,5m von der Wand weg stellen und das tut dem Gesamtbild gut.

Der zweite wesentliche Unterschied betrifft die Positionierung der Chassis zur Höhrachse in der Höhe. Die Bühne ist in der vertikalen Ausrichtung an den richtigen Platz gerückt. Bewusst hatte ich mich in meiner alten Wohnung für Gehäuse entschieden, die eine bestimmte Gesamthöhe nicht überschreiten. Jetzt im Haus bin ich von den Möglichkeiten nicht mehr so eingeschränkt und das merkt man. Die Gehäuse sind alle gewachsen. Seien es die Seas (Breezer) oder die Sabas. Allerdings muss es weiterhin wohnraumtauglich bleiben. Ganz dicke Klopper müssen es nicht sein.

Es macht einfach Spaß, mit diesen  Lautsprechern Musik zu hören. Den gestrigen Abend hatte ich mehrere Stunden Musik afrikanischer Interpreten gehört. Dazu der laue Sommerabend und ein kühles Kölsch. Einfach göttlich!

Omnes Audio Flat 8